Menschen mit schweren Erkrankungen wurde jahrelang geraten, sich zu schonen und nicht zu viel zu belasten. Dank einer Vielzahl qualitativ hochwertiger Studien ist nun das Gegenteil bewiesen worden: Körperliche Aktivität und zielgerichtetes Training in richtig-gewählter Dosis ist ein wirkungsvolles „Basismedikament“ bei fast allen körperlichen und psychischen Beschwerden.

Zielgerichtetes Training als klare Empfehlung bei der Krebsbehandlung

Gerade bei Krebserkrankungen ist bezüglich des Einflusses gezielter Trainingsmaßnahmen sehr viel geforscht worden. Die überzeugenden Ergebnisse lassen Spezialisten zu dem Konsens kommen, zielgerichtetes Training als festen Bestandteil der Krebsbehandlung zu empfehlen. Denn: Durch zielgerichtete Aktivität kommt es zu Veränderungen der chemischen Situation im Körper, was nachweislich das Immunsystem, die körperliche Leistungsfähigkeit, die Stimmungslage und die Lebensqualität äußerst positiv beeinflusst.

Bewegung richtig dosieren!

Damit Bewegung ihre Wirkung zeigen kann, wird zunächst die körperliche Leistungssituation des Betroffenen festgestellt, um die richtige Dosierung der Trainingsmaßnahmen zu wählen und optimale Ergebnisse zu erzielen. Reduzierte Herzkreislaufleistungen, Beschwerden wie Rücken-, Schulter- oder Knieschmerzen, depressive Verstimmungen – aber auch falsche Vorstellungen des Erkrankten über die Wirkungsweise von Aktivität – führen häufig dazu, dass körperliches Training gar nicht oder falsch praktiziert wird.

Wichtig: enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Bewegungsspezialist

Gerade bei der Behandlung von Krebs ist das enge Zusammenspiel zwischen dem behandelnden Arzt und dem begleitenden Bewegungsspezialisten enorm wichtig. Beide sind sich der Komplexität der Trainingseffekte bewusst, um daraufhin den individuellen Bewegungsplan zu erstellen. Fehlt dieses Wissen bei den Beteiligten, kann es dazu führen, dass zu viele passive, nicht zielführende Strategien, verordnet werden, was den Patienten eine äußerst wirksame Therapiemaßnahme vorenthält.

Trainingstherapie besteht aus Ausdauer- und Krafttraining

Zielgerichtetes Training bei Krebserkrankungen mit dem Ziel, die Körperchemie des Patienten wirksam zu verändern, umfasst Ausdauer- und Krafttraining. Das Ausdauertraining sollte im so genannten Grundausdauerbereich 1 stattfinden. Das ist der Belastungsbereich, in dem die Energiebereitstellung dominant über Sauerstoff stattfindet. Die Stoffwechseldiagnostik (bei f+p Kempten möglich) hilft, diesen Bereich zu definieren.

Stoffwechseldiagnostik misst aktuelle Leistungssituation

Zur Messung des Stoffwechsels können alle Formen der Bewegung eingesetzt werden wie z. B. Rad fahren, laufen, gehen, schwimmen.Vor dem Krafttraining sollte die körperliche Belastbarkeit des Erkrankten geklärt sein, damit es zu keinen Überlastungsproblemen kommt. Beim Krafttraining werden hohe Widerstände und Gewichte für kurze Zeit bewegt.

Der Infoabend wurde verschoben und findet nun am Dienstag, den 28.01.2020 um 18 Uhr bei f+p in Kempten statt.
Referent: Robert Pfund, PT OMT, MAppSc in Physiotherapy (Univ South Australia, Adelaide) und Leiter f+p GmbH

Anmeldung ab sofort möglich:

Kommentare sind geschlossen.